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2 Grad mehr – na und?

Klimaschutz auf lokaler Ebene

als Bestandteil der Armutsbekämpfung

17/09/14 11:49
Kategorie: Voträge/Diskussionen

Von: Anna-Maria Nunenmann

Nachbericht zur Podiumsdiskussion

„Wissen ist Zukunft – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“


© Lateinamerika-Zentrum e.V.

© Lateinamerika-Zentrum e.V.

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Als Teil des Projektes „2 Grad mehr – na und? Klimaschutz auf lokaler Ebene als Bestandteil der Armutsbekämpfung“ fand am Mittwoch, dem 10. September 2014, in Zusammenarbeit mit dem Ibero-Club Bonn e.V. eine Podiumsdiskussion statt.

Moderiert durch Dr. Claudio Zettel, Präsident des Ibero-Club e.V. und Vizepräsident des Lateinamerika-Zentrums e.V., kamen zunächst alle DiskutantInnen aus den verschiedenen Bereichen zu Wort. Anschließend wurde die Diskussion durch Kommentare, Ergänzungen und Fragen der anwesenden Gäste bereichert.

Dr. Ignacio Campino, Mitglied des Nationalkomitees der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014“, nahm Stellung zu den bisherigen Erfolgen der UN-Dekade und gab gleichzeitig einen Ausblick auf die verbleibenden Herausforderungen. Außerdem konnte er als Vertreter der Wirtschaft Einblicke geben, welche Rolle seiner Meinung nach Nachhaltigkeit in diesem Sektor spielt bzw. spielen sollte.

Marianne Middendorf, stv. Vorstandsvorsitzende von BiWiNa – Initiative zur Förderung der Wirtschaftskompetenz im Sinne der BNE (i.G.), konnte als Fachfrau für Bildung ihre Perspektive des deutschen Bildungssystems schildern, in welchem sie als Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin tätig war. Außerdem betonte sie, wie wichtig die Interdisziplinarität im Bezug auf Bildung für nachhaltige Entwicklung sei. Sie plädierte dafür, das für den Begriff der Nachhaltigkeit klassische 3-Säulen-Modell aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem noch um Interkulturalität und Governance, also die Lenkungsform politisch-gesellschaftlicher Einheiten, zu ergänzen.

Gudrun Riebel, Fachberaterin bei bengo (Beratung NGOs) als Abteilung von Engagement Global, konnte die Diskussion mit vielen persönlichen Erfahrungen zu Entwicklungszusammenarbeit in mehreren Ländern Südamerikas bereichern. Zugleich betonte sie, dass es nicht um den „Export“ des deutschen Modells gehe, sondern dass vielmehr der gemeinsame Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt von Entwicklungszusammenarbeit sowie BNE stehen müsse. In diesem Sinne nannte sie mehrere positive Beispiele für BNE und globales Lernen aus Südamerika, die in Europa adaptiert werden könnten.

Astrid Prange, Journalistin und Mitglied der brasilianischen Redaktion der Deutschen Welle, schilderte zu Beginn eindrücklich die Situation von „Chico Mendes“, einem brasilianischen Kautschukzapfer, Gewerkschaftsgründer und später auch Abgeordnetem. Er stellte sich den starken ökonomischen Interessen von Viehzüchtern und Holzindustrie entgegen und trat für den Erhalt der Wälder ein, bis er 1988 von einem Großgrundbesitzer erschossen wurde. Heute trägt ein Extraktivismus-Reservat seinen Namen. An diesem Beispiel machte Astrid Prange deutlich, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht immer mit formaler Bildung einhergehen muss.

Insgesamt war die Diskussion sehr vielseitig, da das Thema BNE aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurde. Die DiskutantInnen konnten anschaulich ihre Meinungen und persönlichen Erfahrungen schildern und es wurde klar, dass besonders Interdisziplinarität für den Erfolg von Bildung für nachhaltige Entwicklung wichtig ist.

Bei einem Umtrunk gab es abschließend die Gelegenheit, sich untereinander weitergehend zu dem Thema BNE auszutauschen.

Wir danken allen DiskutantInnen, dem Moderator und natürlich auch den BesucherInnen der Veranstaltung für ihr Interesse.



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